Eisenbahntunnel
Altbüron besitzt eine Besonderheit, die man hier kaum erwarten würde: einen Eisenbahntunnel, obwohl nie eine Bahn durch das Dorf gefahren ist.
In den 1870er-Jahren plante die Schweizerische Centralbahn eine neue Bahnverbindung von Langenthal nach Wauwil. Als Teil dieses Projekts wurde bei Altbüron mit dem Bau des Staltentunnels begonnen. Der Tunnel sollte einst über zwei Kilometer lang werden und die Region an das wachsende Eisenbahnnetz anschliessen.
Doch noch während der Bauarbeiten gerieten viele Bahnprojekte in finanzielle Schwierigkeiten. Die geplante Strecke wurde aufgegeben, bevor sie fertiggestellt werden konnte. Zurück blieb ein unvollendeter Tunnel, der bis heute von dieser bewegten Zeit erzählt.
Der Staltentunnel wurde auf einer Länge von 1'314 Metern ausgebrochen und teilweise mit Jurastein ausgemauert. Er gehört zu den eindrücklichsten Zeugen der Eisenbahngeschichte im Luzerner Hinterland. Auch heute sind Teile des ehemaligen Bahndamms, die Unterführung der damaligen Staltenstrasse sowie die Aufschüttungen der geplanten Bahnhofsanlage noch sichtbar.
Was einst als Eisenbahnprojekt begann, erfüllt heute eine völlig andere Aufgabe: Der Tunnel dient als Trinkwasserreservoir für die Gemeinde Altbüron und bildet damit die Grundlage einer schweizweit einzigartigen Wasserversorgung.
(Quelle Gemeindearchiv)